Bevor wir untersuchen, ob und wie sich das Thema “Rekrutierung” im Jahr 2020 verändert hat, sollten wir uns zunächst mit der Frage „Was ist Rekrutierung?” beschäftigen. Im Cambridge Dictionary wird hierzu erläutert, dass “Rekrutierung” den Prozess beschreibt, Menschen zu finden, die bereits für ein Unternehmen arbeiten oder in Zukunft ein neues Mitglied einer Organisation werden wollen. Diese Definition ist zwar absolut richtig, jedoch zeigt diese bei weitem nicht das tatsächliche Ausmaß des Rekrutierungsprozesses.

Die Kandidaten bekommen lediglich einen kleinen Teil des Rekrutierungsprozesses mit, nämlich ab dem Zeitpunkt, an dem sie sich entweder bewerben oder von jemandem aus der Organisation kontaktiert werden.

Der eigentliche Prozess beginnt erst ab dem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen eine Stelle zu besetzen hat. Den Ausgangspunkt stellt dabei die Definition der zu erwarteten Aufgaben und Ziele für die Stelle dar. Demnach sollten wir mit der Erstellung einer Liste der Erwartungen an die potentiellen Kandidaten beginnen. Mit Hilfe dieser Liste können wir den Gesamtprozess definieren und klären, welche Personen, neben dem Recruiter, beteiligt sein sollten.

Anpassungen, die wir in diesem Jahr bei der Rekrutierung vorgenommen haben

Früher arbeiteten wir, die Personalvermittler, im gleichen physischen Raum wie die potentiellen Kandidaten. Das Aufgreifen kleiner Verhaltensweisen während des Smalltalks half uns, ein besseres Gefühl für den Kandidaten zu bekommen. Das änderte sich schlagartig als die gesamte Interaktion im März 2020 vollständig virtuell wurde.

Seither ist es eine große Herausforderung, die gleichen Informationen über den Bildschirm zu erhalten, da dieser unsere Wahrnehmung des Kandidaten in seiner Gesamtheit einschränkt. Wir müssen uns nun mehr Mühe geben, bereits zu Beginn der Vorstellungsgespräche eine entsprechende Atmosphäre zu schaffen, in der sich der Kandidat und wir uns selbst wohl fühlen. Dabei wird tendenziell etwas mehr Smalltalk geführt, um alle Teilnehmer in den gleichen angenehmen Rhythmus zu bringen.

Unterschiede bei der Rekrutierung vor und nach COVID-19

Als die Nachrichten über die Pandemie in Europa veröffentlicht wurden, war die birkle IT AG ein Vorreiter der 100%-Homeoffice-Arbeit. Um diese neue Komplexität besser zu verstehen und uns schnell anpassen zu können, mussten wir unseren HR-Managern etwas mehr Zeit geben. Indem wir ihnen die Aufgabe der Personalbeschaffung abnahmen und einen Vollzeit-Senior-Recruiter für unser Büro in München und Tallinn einstellten, hatten wir die Chance, einen reibungslosen virtuellen Einstellungsprozess zu schaffen.

Um ein besseres Verständnis zu ermöglichen, listen wir im Folgenden einige der von uns umgesetzten Veränderungen im Rekrutierungsprozess auf:

  • Neugestaltung des Rekrutierungsprozesses. Wir begannen damit, sogenannte “Live-Codierungen” für die meisten Übungen der Kandidaten zu verwenden, anstatt “Hausaufgaben” für alle Kandidaten der mittleren und leitenden Ebenen zu vergeben.

  • Auswahl der richtigen Werkzeuge. Nachdem wir verschiedene Tools für Interviews recherchiert und getestet hatten, entschieden wir uns für die Programme “Microsoft Teams” und “Zoom”. “Zoom” hat sich als das beste Live-Programm erwiesen, in dem der Kandidat die Maschine eines unserer Entwickler übernehmen kann, um direkt in seinem IntelliJ programmieren und Tests durchzuführen zu können.

  • Zeitmanagement. Wir haben gelernt, dass virtuelle Besprechungen aufgrund möglicher technischer Hickups etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, so dass wir unsere Pläne anpassen mussten.

  • Die Flexibilität. Obwohl wir in erster Linie virtuell rekrutieren, haben wir bemerkt, dass es für einige unserer Kandidaten wichtig ist, das tatsächliche Büro zu besuchen, bevor sie das Angebot annehmen. Dies ist eine der Ausnahmen, die wir von unseren “COVID-19-Büroregeln” getroffen haben. Für die Zukunft spielen wir mit dem Gedanken, einen neuen virtuellen Rundgang durch unsere Büros zu entwickeln.
Virtueller Rekrutierungsprozess

Der Schwerpunkt bei der Rekrutierung bleibt derselbe

Obwohl die Rekrutierung virtueller denn je ist, bleibt der grundlegende Schwerpunkt der Arbeit derselbe. Ehrlichkeit, aufrichtiges Interesse und das Streben nach Selbstentfaltung sind einige der Schlüsselelemente, die wir uns von unseren Kandidaten erhoffen.

Glücklicherweise sind unsere Kunden von der aktuellen wirtschaftlichen Situation nicht negativ betroffen. Dadurch konnten wir einige neue und aufregende Projekte sicherstellen, die unser weiteres Wachstum in Zukunft zusätzlich unterstützen. Die Tatsache, dass wir nun erfahrene Personalvermittler an Bord haben, hat uns geholfen, der steigenden Nachfrage nach talentierten Experten gerecht zu werden.

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